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Hochofen V Die Sensation am Besuch des alten Meidericher Hüttenwerks ist, dass man den Hochofen V selbständig besteigen darf. Es gibt eine Treppe für den Aufstieg und eine für den Abstieg und die meisten Besucher halten sich auch daran. Und sollten sie sich beim ersten Mal dennoch vertun, gibt es alle zwanzig Stufen eine kleine Plattform zum ausweichen. Einen Aufzug gibt es nicht, der würde auch das ganze Flair zerstören, denn der Hochofen gibt sich immer noch so, als könne er morgen wieder angeblasen werden. Das ist natürlich Quatsch, aber er sieht so aus. Sie sollten den Aufstieg nur versuchen, wenn sie schwindelfrei sind. Er ist absolut ungefährlich, aber nicht ganz ohne. Die Treppen sind steil, eng und reichlich. Dafür kommen sie dem alten Monstrum ziemlich nahe und werden am Ende mit einer phantastischen Aussicht belohnt. Von unten wirkt ein Hochofen vor allem monströs und unübersichtlich. Andererseits sind die Wege hier so gelegt, dass Sie sich weder auf der Treppe nach oben, noch auf der Treppe nach unten verlaufen können. Die Gießhalle am Fuß des Hochofens erreichen Sie über mehrere solide Aufgänge. Bis hierher kommen sie allemal, auch wenn Sie den eigentlichen Aufstieg zur Plattform nicht mehr machen wollen. Ziemlich zu Beginn des weiteren Aufstiegs sehen sie den Schrägaufzug oder "Hunt". Seine Schienen reichen bis tief in den Möllerbunker hinein. Durch einen Ring von "Windaugen" wurde 1000°C heiße Luft in den Hochofen hineingeblasen. Ohne diese Heißluft würde die gesammte Verhüttung gar nicht funktionieren. Ein Hochofen wird daher auch nicht angezündet, sondern angeblasen. Parallel dazu muss die Außenhaut des Hochofens gekühlt werden. Dazu diente eine ausgeklügelte Berieselungs- und Kühlungsanlage rund um den gesamten Hochofen herum. Man sagt, dass die Außenhaut des Hochofens dennoch zu heiß war, um sie anzufassen, auch nicht im Winter bei Nacht. Am Ende ihres Aufstiegs gelangen sie auf die oberste Plattform, noch über die Gichtbühne hinaus, zu den mächtigen Seilzügen, die u.a. auch den mehrere Tonnen schweren "Hunt" hochziehen mussten. Die Plattform ist nicht groß, aber zwanzig bis dreißig Personen passen allemal darauf. Uwe Torweihe
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